Schemazeichnung einer Absperrblase im Rohr DN 500 mit fünf Metern Wassersäule auf der Stauseite, die Kraft von rund 10 Kilonewton nimmt ein Verbau im trockenen Schacht auf
29.10.2026
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Absperrblasen sicher setzen: welche Kraft hinter fünf Metern Wassersäule steht

Fünf Meter Wassersäule auf der Stauseite einer Absperrblase, Rohr DN 500. Auf die Blase drücken dann rund 10 Kilonewton, so viel wie das Gewicht einer Tonne. Die Zahl steht in der DGUV Information 201-052 zu Rohrleitungsbauarbeiten.

Die Kraft wächst mit dem Quadrat des Durchmessers

Kraft ist Druck mal Fläche. Ein Meter Wassersäule entspricht rund 0,1 bar, und die Fläche wächst mit dem Quadrat des Durchmessers. Doppelter Durchmesser heißt also vierfache Kraft.

Die DGUV Information 201-022, die maßgebliche Handlungsanleitung für Rohrabsperrgeräte, rechnet das an einem Beispiel durch. Rohr DN 1000, die Wassersäule steht 4,50 Meter über der Mitte der Blase. Das ergibt 0,45 bar und eine Kraft von 35 Kilonewton. Mit dem Sicherheitsfaktor 1,5, den die Schrift für den Verbau ansetzt, sind es 53.

Was die Ausschubsicherung halten muss

Kann sich ein Absperrgerät unkontrolliert verschieben und dabei jemanden gefährden, verlangt Abschnitt 4.4 der DGUV Information 201-022 eine formschlüssige Sicherung gegen den Ausschub, also einen Verbau, an dem die Blase anliegt. Verzichtbar ist sie nur, wenn der Hersteller sie für sein Gerät nicht grundsätzlich verlangt.

Bei der Berechnung der Sicherung darf die Reibung zwischen Dichtkörper und Rohrwand nicht mitgerechnet werden. Fehlen Herstellerangaben, wird mit dem Sicherheitsfaktor 1,5 gerechnet, und dasselbe gilt für jeden bauseits hergestellten Verbau.

Zur Reihenfolge sagt die Schrift zweierlei. Die Blase wird zuerst nur so weit gefüllt, dass sie rundum anliegt und festsitzt. Die Sicherung kommt erst danach, wenn sich die Blase nicht mehr in die Länge zieht. Beim Ausbau wird zuerst der Sperrdruck vollständig abgebaut. Erst danach wird der Innendruck der Blase abgelassen und die Sicherung entfernt. Maßgeblich bleibt die Anleitung des Geräts.

Ein Seil an der Öse ersetzt den Verbau nicht. Ein Hersteller schreibt in seiner Anleitung, dass die Einhängeöse seiner Kissen bei weniger als 10 Kilonewton bricht.

Niemand im Gefahrbereich

Wenn der volle Betriebsdruck aufgebracht wird, darf sich niemand im Gefahrbereich aufhalten. Bei Druckprüfungen gilt das für die ganze Dauer, beim Aufbringen, während der Prüfung und beim Ablassen, und nach der DGUV Information 201-052 auch für die anschließenden Haltungen und Schächte. Befüllt und abgelesen wird von außerhalb des Gefahrbereichs, über eine Füllarmatur mit Sicherheitsventil und Manometer.

Mit Luft gefüllte Blasen dürfen nach der DGUV Information 201-022 in Rohrleitung und Schacht nur eingesetzt werden, wenn sich dort niemand aufhält, der weitere Tätigkeiten ausführt. Verdichtete Luft speichert Energie, und die wird beim Versagen schlagartig frei. Wasser als Füllmedium ist beim Bersten das geringere Risiko.

Was sonst passieren kann, zeigt der Untersuchungsbericht 07MI024 des Programms MIFACE der Michigan State University zu einem Unfall im März 2007. Ein Vorarbeiter hatte eine Regenwasserleitung mit einem geliehenen aufblasbaren Stopfen verschlossen. Die Anleitung war nicht gelesen, der Druck nicht berechnet, ein Verbau fehlte. Rohr und Stopfen lösten sich, während zwei Arbeiter auf der drucklosen Seite arbeiteten. Einer von ihnen starb.

Vor dem Setzen

Jede Blase gilt für einen Durchmesserbereich, und der steht auf dem Typenschild. Messen Sie die lichte Weite, bevor Sie die Blase auswählen. Welcher Gegendruck zulässig ist, hängt von Bauart, Nennweite und Hersteller ab und steht nur auf dem Typenschild und in der Tabelle der Anleitung.

Rohr und Schachteinbauten müssen im Sitzbereich ausreichend stabil, sauber und ohne scharfe Kanten sein. Scherben, Grate und Armierungseisen schneiden in den Dichtkörper. Außerhalb des Rohrs wird eine Blase nur leicht aufgeblasen, zur Sichtkontrolle. Mehrere Hersteller nennen dafür 0,2 bar als Grenze.

Und die Luft kommt nie ungeregelt aus dem Kompressor. Zwischen Luftquelle und Blase gehört das Steuerorgan des Herstellers mit Sicherheitsventil.

Prüfen, lagern, aussondern

Vor jedem Einsatz steht die Sichtprüfung: Risse, poröse Stellen, Formveränderungen, beschädigtes Gewebe. Für die wiederkehrende Prüfung nennt die Betriebssicherheitsverordnung keine feste Frist, der Arbeitgeber legt sie selbst fest. Die DGUV Information empfiehlt im Allgemeinen die jährliche Prüfung durch eine dazu befähigte Person, BG BAU und mehrere Hersteller nennen mindestens einmal im Jahr. Das ist derselbe Rhythmus wie bei der Prüfung der Hochdrucktechnik.

Gelagert werden Blasen trocken, kühl, liegend und vor Sonnenlicht geschützt. Ein gesetzliches Höchstalter haben wir in den Vorschriften nicht gefunden. Ein Hersteller empfiehlt, Blasen aus Naturgummi nach acht Jahren auszusondern, auch wenn sie die Prüfung noch bestehen.

Absperr- und Prüfblasen finden Sie in unserem Lieferprogramm. Rufen Sie an unter 0451 / 8 999 334 und halten Sie Rohrdurchmesser, Stauhöhe und Einsatzzweck bereit. Schreiben Sie uns gerne auch an info@kommunaltechnik-segler.de.